[dropcap]J[/dropcap]a, ich gebe es zu: Diese Überschrift klingt ziemlich hart. Aber ich glaube, dass sie wahr sein wird. Wir sind die Generation ohne Fotos. Das erscheint erst einmal total absurd. Schließlich sind wir auch die Generation Smartphone die jeden Tag Fotos mit dem Telefon schießt um sie anschließend bei Facebook oder Instagram hochzuladen oder per Whatsapp oder Hangout an Freunde zu schicken. Ein Selfie hier, ein schönes Blümchen da, ab und an ein leckeres Frühstück oder ein knuffiges Bild vom Nachwuchs. Aber habt ihr euch schon mal überlegt, wie eure Zukunft aussieht? Werdet ihr mit euren Kindern oder Enkeln vor Fotoalben aus vergangenen Tagen sitzen und ihnen zeigen, wie die Welt früher eben so aussah? (Dabei ist ja egal, ob diese Fotoalben nun altmodisch mit eingeklebten Bildern sind oder gar futuristisch auf ultracoolen faltbaren Bildschirmen mit integriertem Speicher wie aus einem Sience Fiction Roman… (ok… wierd!!!) )

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Ich glaube kaum! Ich kann zwar in erster Linie nur von mir selbst sprechen, aber ich nehme es nicht so genau mit meinen Backups (oh, die Masterarbeit die sollte ich vielleicht mal auf die Externe ziehen.) und bei Instagram und Facebook sind meine Bilder nicht sicher (wäre ja nicht das erste Mal, dass Daten einfach verloren gehen… man sollte sich nicht auf fremde Server verlassen). Also ist es schneller passiert als man denkt und die fotografischen Erinnerungen der letzten Jahre sind futsch. Die Bilder vom Streichen der neuen Wohnung, von der Zeugnisübergabe, vom Kurzurlaub. Alles weg! Oder man hat zwar einen Haufen Bilder gemacht, aber die eine Hälfte gammelt bei der Freundin auf dem Rechner rum, die andere bei mir und eine Zusammenführung hat nie stattgefunden. Ob wir auch in 50 Jahren noch so dicke sind. Who knows…

Und dann gibt es da noch diese Geschichte mit dem Bilder löschen… ein Bild von mir auf dem ich total unvorteilhaft aussehe? Im besten Fall bekommt es niemand zu sehen. im schlechtesten Fall ist es mit nur einem Wisch gelöscht. Und dann? Dann sitze ich in 50 Jahren mit meinen Enkeln da und erzähle ihnen: „ja, von eurer Oma gibt es leider nur ganz ganz wenige Bilder.“ – „Warum denn, Oma?“ – „naja, weil ich mir in meiner Jugend auf keinem Bild gefallen hab und da hab‘ ich sie alle gelöscht“… Gott wie schlimm!

wie ich da jetzt drauf komme? meine Mutter feiert in diesem Jahr einen runden Geburtstag. Auf der Feier zu der viele Freunde, Bekannte und natürlich die Familie eingeladen sind wird es auch einen Rückblick auf ihr Leben geben. Dazu braucht’s natürlich Fotos. Also erst mal bei allen Familienmitgliedern nach alten Alben und Bilderkisten gefragt. Gemeinsam haben wir alles durchgeschaut: „Wer ist denn das?“ – „Keine Ahnung, das sind Bilder von Tante Resi und Onkel Franz aus den USA… ich weiß nicht wer die ganzen Leute sind“ – „Und das hier?“ – „Die Verwandschaft aus dem ehemaligen Osten…“ Zum Glück weiß meine Mutter oft noch wer die ganzen Leute auf den Bilder sind. Oft mit Namen, noch öfter mit kurzen Geschichten. Aber ich kenne die ganzen Leute nicht und auf der Rückseite der Bilder stehen weder Namen, noch ein Datum. Das müssen wir demnächst mal ändern und alles dazu schreiben.

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Und ich? Ich hab noch am selben Abend angefangen meine Fotogewohnheiten zu ändern: Ich hab nach dem Zumba-Training ein Selfie von mir gemacht. Total verschwitzt und mit hochrotem Kopf. Egal! Außerdem hab ich meine BFF angeschrieben und gefragt, ob sie noch Bilder von Früher hat…

Denn ich lege jetzt Alben an – Alben mit Bildern von Früher… mit Datum, mit Text! Das hatte ich mir schon vor ein paar Wochen vorgenommen, nachdem ich diesen Artikel *klick* bei Magnolia Electric gelesen hatte.  Stef hat nicht nur die selbe Problematik erkannte, mit der ich mich gerade beschäftige, sondern sie hat auch eine Lösung: Jahresbücher! Gleich nachdem ich ihren Beitrag gelesen hatte habe ich entsprechende Ordner angelegt und mir fest vorgenommen alle Bilder von 2015 zusammenzutragen (also nicht nur meine, sondern auch die meines Freundes). Bisher ist da noch nicht soooo viel passiert. Liegt aber auch daran, dass ich erst einmal die ganzen alten Bilder, teilweise  aus der Zeit vor den Smartphones zusammensuche und sortiere um auch daraus wenigstens EIN Buch zu machen. Dann kommen 2014 (mal sehen wie viel es wird) und 2015 an die Reihe.

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Mit dabei sind dann natürlich auch alle Bilder die Ihr schon auf meinem Instagram Account *klick* gesehen habt. Den halte ich ja recht persönlich. Ein bisschen wie ein Tagebuch der besonderen Momente. Und natürlich ist es toll durch diese Bilder zu scrollen und so einen kleinen Jahresückblick zu erleben. Aber wie gesagt: Auch auf dem Instagramserver sind unsere Bilder nicht unbedingt sicher. außerdem hatte ich mir schon vor ein paar Monaten vorgenommen quasi ein kleines Fotoalbum aus meinen Instagrambildern zu machen, sobald das Jahr vorüber ist.

Das Jahr ist jetzt zwar schon einige Monate alt, mein Vorhaben jedoch nicht vergessen. Auch wenn ich jetzt große Jahresbücher anlegen werde, sind viele meiner Instagram-Bilder doch so schön, dass ich sie um mich haben möchte. Und da kam mir die Idee:

Ein DIY Foto-Mobile

Zunächst wollte ich das Mobile selbst basteln und hatte schon entsprechende vorgefertigte Draht-Elemente gekauft… aber ich bin zu doof ein Mobile zu basteln… hab es einfach nicht hinbekommen die Drahelemente entsprechend zu biegen, so dass alles ganz gerade hängt.. also: Drauf gesch….Gepfiffen. Ich hab ein fertiges Bildermobile gekauft. Die gibt’s schon recht günstig (zum Beispiel hier *klick* ). Ich hab lediglich andere Klammern (*klick*) befestigt und natürlich: Fotos!

 

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Ich hab jeweils ein Instagram Bild aus jedem Monat des vergangenen Jahres herausgesucht (keine einfache Aufgabe) und drucken lassen. Eine super Gelegenheit um PhotoLove zu testen. Dort könnt ihr mit wenigen Klicks eure Instagrambilder hochladen und euch dann schöne Vintage Prints im Polaroid-Stil schicken lassen. Ein paar Filter und vor allem die Informationen auf dem Bildrücken sind ein besonderes Highlight. Meine Bilder sind alle schwarz/weiß geworden… monochrom in der Küche.

Die Fotos machen sich gut am Mobile, direkt vor unserer Tafelwand auf der alle unsere Freunde die uns besuchen einen kleinen Gruß hinterlassen (Wenn ich nicht vergesse ihnen den Kreidestift in die Hand zu drücken… shame on me)

Was macht ihr mit all euren Fotos? Legt ihr Alben an oder archiviert ihr sie digital?

 

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