Was sich jetzt verändert

Office und Homeofice

Post Corona

Ich hoffe es geht euch allen gut da draußen; euch, eurer Familie, euren Freunden und Kollegen. Nach beinahe zwei Monaten Ausgangsbeschränkung und zahlreichen Einschränkungen im privaten, aber auch im beruflichen Leben scheint aktuell ein Stück Normalität zurückzukehren. Normalität… so normal es eben geht in Zeiten von Corona.

Ich persönlich war im Homeoffice. Und zwar NUR im Homeoffice. Ab und an mal ein Termin über Webex, Skype, oder Zoom. Zwei oder drei Termine bei denen ich live Menschen treffen konnte. Wow. Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Ich mag mein Homeoffice. Hier kann ich konzentriert arbeiten. Pläne zeichnen, Angebotseinholungen vorbereiten… eben der Kram für den man konzentriert arbeiten muss. Aber hey… kreativ bin ich hier nicht wirklich. Meinen Mann fragen, welchen Vorhangstoff er zum Polsterstoff und zum Holzdekor bevorzugen würde? No Way! Ich vermisse meine Kolleginnen im Architekturbüro und sogar den Bauleitungsstress im Container auf der Baustelle. Jetzt soll sich wieder einiges verändern. Im Architekturbüro sitzen jetzt wieder die Kollegen. Mal sehen, wann ich mich auch mal wieder dort an den Katzentisch setzen kann um ein paar schöne Tapeten mit Valli auszusuchen. Oder geht das erst mal nicht? Sitzen wir dort zu eng aufeinander? 2 Meter Mindestabstand. Welche deutsche Bürolandschaft gibt das denn her? Werden wir uns in Zukunft zu den Jour Fixe Terminen wieder live begegnen oder wird Webex unser Begleiter für die kommenden Jahre bleiben? Was passiert jetzt in unserer Arbeitswelt nach Corona?

Der neue Kollege im Büro: Corona.

Wie viele von euch bereits wissen ist mein, dein… euer Arbeitsalltag Teil meines Jobs: Als Innenarchitektin plane ich vor allem Büroräume. Arbeitsplätze, Besprechungsräume, Kaffee- und Loungebereiche – all das, was ihr eben so zum Arbeiten braucht.

Vielleicht verändert sich mein Job jetzt auch dank Corona, denn die Deutschen kehren zwar zurück ins Büro, zurück in die Firmen, zurück an den firmeneigenen Schreibtisch. Aber es ist eben nicht wie gewohnt:

  • Abstand halten (2 Meter)
  • Regelmäßig Händewaschen / Desinfektionsmittel nutzen. Putzen, putzen, putzen.
  • Face to Face Besprechungen vermeiden oder mit kleinen Gruppen große Räume nutzen
  • Vielleicht ist sogar die Kaffeeküche gesperrt, die Cafeteria geschlossen?
  • Vielleicht habt ihr ganz neue Plexiglasscheiben an euren Schreibtischen
  • oder die Tische wurden einfach auseinander gerückt?

Es ist die Pflicht der Arbeitgeber ihre Arbeitnehmer zu schützen. Klar. Vielen Dank, dass Sie alles tun um dies bestmöglich zu gewährleisten. Aber sind das wirklich langfristige Lösungen? Ich denke nicht.

Umdenken ist angesagt! Jeder Kontakt zu anderen birgt ein Ansteckungsrisiko. Klingt jetzt vielleicht ein bisschen übertrieben, aber so ist es einfach. Für ein paar Wochen war das Homeoffice und damit die räumliche Isolation von unseren Kollegen das am schnellsten umsetzbare und wirkungsvollste Mittel. Nach nunmehr zwei Monaten Homeoffice geht es vielen unter euch sicher so wie mir: Ich hab keinen Bock mehr auf Homeoffice. Ich WILL wieder ins Büro! Aber eben nicht so wie vorher. Um konzentriert an meinem Kram zu arbeiten muss ich mich keiner Gefahr aussetzen. Das klappt auch in Zukunft  super im Homeoffice (hab‘ ich ja schon geschrieben). Ich will raus aus dem Homeoffice um wieder kreativ arbeiten zu können. Um Kollegen zu treffen. Das Wir-Gefühl stärken.

Kommunikation ist das Schlüsselwort. Klar… wir haben kommuniziert. Digital. Aber das ist nicht das Selbe.

Mit den Kollegen einen kurzen Plausch beim morgendlichen Kaffee zu halten, persönliche Erfahrungen bei Gesprächen ins Projekt mit einfließen zu lassen, mit Kollegen zu lachen und zu scherzen. Das ist wichtig. Wir werden zu einem Team. Verstehen uns besser, abreiten Hand in Hand zusammen, unterstützen uns. Die Innovationskraft jedes Unternehmens liegt in der Kommunikation.

Schon vor Jahren haben große Firmen wie Microsoft und Google festgestellt, dass das Homeoffice zwar ganz schön ist (Flexibilität und work-life-balance sind wichtige Stichworte), es aber weder den Mitarbeitern, noch der Firmenkultur und dem Erfolg des Unternehmens weiterhilft alle Mitarbeiter von Zuhause arbeiten zu lassen. In den letzen Jahren holten die Globalplayer unter anderem mit Hilfe toller Innenarchitektur ihre Mitarbeiter wieder in die Firmenzentralen. Das WIR war wieder wichtig. Und das ist es auch jetzt noch. Mehr denn je. Doch: wie sieht dieses WIR aus bei Mindestabstand, Maskenpflicht und dem Verbot des Händeschüttelns?

So sehen Büros nach der Coronakrise aus

HOMEOFFICE

Office Büro Corona Postcorona

Ich bin mir sicher: Das Homeoffice spielt weiterhin eine große Rolle. Während der Ausgangsbeschränkungen hat sich gezeigt: Das Homeoffice funktioniert! Selbst Unternehmen, die dem Arbeiten von Zuhause bisher skeptisch gegenüberstanden, schickten ihre Mitarbeiter zum Arbeiten nach Hause und mussten feststellen: Das klappt! Klar: Es wird noch an einigen Stellrädern gedreht werden müssen, damit ein Arbeiten von Zuhause ebenso flüssig läuft, wie das Arbeiten am Schreibtisch in der Firma. Aber das kriegen unsere Mädels und Jungs in der IT, der Geschäftsleitung oder wo auch immer sicher ganz schnell hin. In Zukunft werden wir verstärkt in den eigenen vier Wänden arbeiten und uns über diesen Umstand auch freuen.

Denn mal ehrlich: Schnell eine Ladung Wäsche in die Waschmaschine werfen, die Katze füttern und ohne Bedenken einen Termin mit der Spedition vereinbaren… Das Homeoffice bringt Vorteile mit sich. Auch ökologische: Wie oft habt ihr in den letzten Wochen getankt? Wie oft das Auto benutzt? Kaum. Ich persönlich habe die Zeit, die ich sonst zum Pendeln aufwende lieber beim Joggen oder Radfahren verbracht. Und einen Haufen Geld hab‘ ich dabei auch noch gespart. Super!

Das Angebot im Homeoffice zu arbeiten wird in Zukunft das Plus für jeden Arbeitnehmer sein. Eine Austattung des Homeoffices mit ergonomischem Stuhl und zusätzlichem Bildschirm gibt’s obendrauf? noch besser! und der Vorteil für den Chef? Wenn die Mitarbeiter nicht mehr so häufig pendeln müssen, dann wird das Einzugsgebiet deutlich größer. Der Pool an Fachkräften wächst. Außerdem genügt nicht schon die bloße Anwesenheit in der Firma um zu zeigen,dass man ja arbeitet. Die Leistung jedes Einzelnen und der Teams ist beim Arbeiten im Homeoffice deutlich messbarer( Kein Problem für uns Arbeitnehmer: Wir arbeiten zuhause ja eh konzentrierter und schaffen ordentlich was weg) Geld wird auch noch gespart, denn wer nicht in der Firmenzentrale ist, der verbraucht dort keinen Strom, kein Klopapier und ein eigener Schreibtisch muss dort auch nicht vorgehalten werden. Oder doch?…

(persönlicher) ARBEITSPLATZ

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Warum „persönlich“ in Klammern steht? Weil ich glaube, dass es den klassischen persönlichen, also persönlich zugeteilten, Arbeitsplatz gar nicht mehr geben wird. Oh mein Gott! Da seh‘ ich schon die Panik in den Augen so manch eines Mitarbeiters. Aber warum eigentlich?

Wir wissen alle: Wir verbringen mehr von unserer Bewussten Zeit im Büro als Zuhause. Unser Schreibtisch ist unsere Festung. Hier steht das Bild der Familie, der Blumenstrauß zum Geburtstag, die persönliche Kaffeetasse mit dem witzigen Spruch. Das ist mein Platz! Aber ist das auch in Zukunft noch so?

Meine „Festung“ ist mein Zuhause. Denn da steht mein Schreibtisch. Mein Homeoffice.

im Arbeitsalltag Post-Corona werde ich nicht jeden Tag ins Büro fahren. Ich arbeite regelmäßig von Zuhause: Jede Woche 2-3 Tage Homeoffice  im Wechsel mit persönlicher Anwesenheit in der Firma. Das Ganze ist gut getaktet, so dass sich nie zu viele Menschen im Headquarter aufhalten (das erleichtert das einhalten der Hygienebestimmungen) und ist mit den Anwesenheitsplänen der Kollegen abgestimmt, mit denen ich derzeit an Projekten arbeite.

Welchen Platz ich an meinem Anwesenheitstag in der Firma einnehmen will bestimme ich selbst. Tausend Unterlagen und stapelweise Papier auf meinem Schreibtisch? Brauch ich nicht… Wäre ja auch blöd, wenn ich den ganzen Kram immer vom Homeoffice wieder ins Büro schleppen müsste. Ne, das gibt’s alles digital auf den Servern und der Rets passt in meinen Rucksack. Meine kleine Festung im Headquarter ist mein persönlicher Caddy der schon auf mich wartet. In Ihm: Meine Stifte, das Foto meiner Familie und all die Sachen, die ich persönlich benötige und eben nicht vom Homeoffice ins Büro schleppen will. Vielleicht hat eine liebe Kollegin den Blumenstrauß zu meinem Geburtstag mit einer lieben Nachricht schon in seiner Nähe oder bei meinem persönlichen Postfach platziert. Ein paar Memos oder witzige Zettel finden sich dort außerdem. Mit meinem Caddy suche ich mir dann einen schönen freien Platz im Unternehmen. Was steht heute eigentlich bei mir an? Ich kann meinen Platz ganz nach meinen Bedürfnissen wählen. Unterschiedliche Arbeiten verlangen nach unterschiedlichen Räumlichkeiten, unterschiedlichen Möblierungen. Arbeite ich kreativ an einer High Bench? Vielleicht mit den Kollegen aus dem Projektteam? Oder bin ich gekommen im Recherche zu betreiben? Dann ist vielleicht ein Platz in einem der Sessel in der Bibiliothek die bessere Wahl. Vielleicht brauche ich aber auch gar keinen eigenen Platz für heute, weil ich den ganzen Tag für eine Projektarbeit im Team aufwenden will und der Raum natürlich schon gebucht ist.

Einen mir persönlich zugeteilten Schreibtisch in der Firma brauche ich jedenfalls nicht. Das wäre auch wirklich nicht sinnvoll. Ich bin nur die Hälfte der Zeit überhaupt hier. Also warum nicht den Schreibtisch mit den Kolleginnen und Kollegen teilen, die sich im Wechsel mit mir im Homeoffice befinden?

Selbst wenn ich einen eigenen Schreibtisch hätte, könnte ich ihn ohnehin nicht mehr so in Beschlag nehmen, wie ich das vorher vielleicht gewohnt war. Warum? Na, weil der ganze Nippes und die vielen Unterlagen die ich hier staple die Reinigungskräfte davon abhalten meinen Tisch regelmäßig gründlich sauber zu machen und auch mir die Arbeit mit dem Desinfektionsmittel erschweren. Regelmäßiges Desinfizieren der Oberflächen ist jetzt Standard.

(Besprechungs) RÄUME

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Schon wieder diese Klammern. Warum? Ganz einfach: Der Begriff „Besprechungsraum“ ist ja sowas von von vorgestern!

Mir ist bewusst, dass in den meisten Unternehmen immer noch klassische Besprechungsräume zum vorherrschenden Bild gehören und diese auch in Neubauten weiterhin so klassisch eingerichtet werden. Vielleicht hat das jetzt ein Ende.

Denn wer braucht schon noch diese riesigen Besprechungsräume für 12-20 Leute mit den enorm großen Tischen? Oder diese kleinen Räumchen mit einem Tisch und vier Stühlchen auf engem Raum? Beide Extreme sind Post-Corona nicht mehr wirklich gut nutzbar. Klar: in einem großen Raum für 20 Leute können auch 6 Personen eine Besprechung abhalten. Das ist dann so ähnlich wie bei Downton Abbey: Der Hausherrr sitzt am Kopfende, seine Frau am anderen und irgendwo zwischendrin die Kinder… alle gefühlte 100 Meter voneinander entfernt und man schreit sich über den Tisch an um mal eben die Butter… äh eine Akte gereicht zu bekommen.

Überhaupt: Um einfach nur etwas zu „besprechen“ braucht es jetzt keinen physischen Raum mehr. Wenn wir kurz etwas „besprechen“ wollen, dann machen wir das per Skype, Zoom, Webex oder wie sie alle heißen. Sich für eine einfache Besprechung in die Firma zu begeben und zusammenzusitzen kostet Zeit, Geld und bringt ein Risiko mit sich das man doch ganz einfach hätte umgehen können.

Nein: Post-Corona wird aus dem Besprechungsraum ein Teamraum – ein Projektraum!

Wie schon eingangs beschrieben ist es einfach nicht möglich nur im Homeoffice alleine vor sich hin zu arbeiten. Kreative Ideen und echte Innovation entstehen im Team. und das funktioniert auch nur schwerlich über Skype und co. Es gehört dazu, dass man sich ins Wort fällt, weil eine Idee einfach heraussprudelt. Dass man auf altbewährtes wie Stifte und Papier zurückgreift und die Zettelchen mit Stichpunkten immer neu sortiert. Verrückte Einfälle die erst einmal von allen ausgesponnen werden müssen gehören dazu. Lautes lachen, ein Kaffee und Kekse und hin und wieder Sarkasmus oder die knallharte Wahrheit bzw eigene Meinung sind gefragt. Das geht einfach nicht in einer Videokonferenz in der man nicht durcheinander reden KANN (Weil sonst einfach keiner mehr irgendwas versteht) oder mit Leuten die man nur vom Bildschirm kennt (denen nehm‘ ich eine flapsige Bemerkung sonst noch krumm, weil wir uns nicht gut genug kennen und ich einfach nicht weiß wie das jetzt gemeint war). Zum Spinnen muss man zusammensitzen und jeder muss eine Hände beim Fadenweben im Spiel haben. So ist das einfach. Da kommen wir nicht drum rum. Corona hin oder her.

Solche agilen, flexiblen, kreativen und aufgeladenen Teams benötigen einen Raum in dem die Ideen nur so sprudeln. Einen Raum in dem sie ungestört sind und alles zur Verfügung steht was man vielleicht braucht. Das fängt beim Verlängerungskabel für die Stromzufuhr an und hört beim Videoconferencing-Tool auf, damit ich einen Kollegen, der vielleicht gerade im Homeoffice ist, auf dessen Feedback man aber spontan aufgrund der Entwicklung des Projektes angewiesen ist,  auch noch integrieren kann.

Unterschiedliche Teams brauchen unterschiedliche Räume. Unterschiedliche Aufgaben haben unterschiedliche Anforderungen die mit immer wechselnden Anforderungen an die Umgebung verknüpft sind. Wie soll das der Standard-Besprechungsraum mit einem Tisch und vier Stühlen alles erfüllen?

Post Corona wird kreativ und die Räume in den Firmenzentralen werden es auch.

INFRASTRUKTUR

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Dieser Begriff ist jetzt zugegebenermaßen sehr weit gefasst aber dieses Thema anzupacken ist Post-Corona besonders wichtig.

Wir versuchen physische Distanz beizubehalten. 2 Meter Abstand! Wenn jetzt also jeder morgens um 8 Uhr durch den Haupteingang der Firma spaziert, in den Aufzug steigen will (oder besser die Treppe nimmt), dann wird’s knapp mit den 2 Metern Abstand. Es kommt zum Stau. Ebenso in der Kaffeeküche, der Cafeteria (wenn die denn überhaupt geöffnet ist) und auf den Fluren.

Chaotisch wird es erst, wenn ich nach ein paar Tagen Homeoffice das erste mal wieder im Büro bin und erst einmal einen Besprechungsraum für unser Team suchen muss (denn wir haben gelernt: Ich komme ja vor allem fürs Teamwork ins Büro). Vorbei an allen Mitarbeitern, jede Türklinke anfassen, Türe auf „Oh, besetzt“ Türe zu … nächster Raum. Uff. Und was das an Zeit kostet.

Also zurück zum Thema Infrastruktur. Dazu gehört Post-Corona nämlich auch ein gut gepflegter Outlook Kalender und andere digitale Tools, die es uns ermöglichen unsere Zeit, aber auch die uns zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten und andere Ressourcen. besser (also effizienter) zu nutzen. Das sollten wir Deutsche, deren sprichwörtliche Pünktlichkeit und Ordentlichkeit aller Welt bekannt ist, doch hinbekommen, oder? Ein Klacks für uns… auch digital.

Wir organisieren uns jetzt deutlich besser: Unsere Termine stehen alle im Kalender. für digitale Meetings stehen Einloggdaten,dabei. Bei Treffen im Büro wird direkt abgestimmt was man denn eigentlich tun möchte und entsprechend wird ein passender Team-Raum ausgewählt, der die nötige Infrastruktur zur Verfügung stellt. In einem einfach zu bedienenden System mit tollem Überblick über alle Möglichkeiten sehen wir, welche Räume uns zur Verfügung stehen. Wir können diese direkt namentlich buchen. Jetzt wissen auch alle anderen Kollegen, dass ich an diesem Tag in der Firma sein werde… und zwar spätestens um XX Uhr. Gut. Klaus hat sich schon gemeldet: „Hey, wenn du eh da bist, hast du dann vielleicht auch Zeit dich kurz mit mir zum Thema XY zusammenzusetzen?“ und Kathi hat gefragt ob wir  hm 13 Uhr zusammen draußen im Park etwas zu mittag essen. Klar. Das trag ich auch gleich noch in meinen Kalender ein und buche einen Raum für Klaus und mich.

Ich muss auch nicht um Punkt 8 Uhr in der Firma auf der Matte stehen, denn unser Meeting ist um 9:45. Dann bereite ich Zuhause noch kurz ein bisschen was vor, steige ins Auto (und stehe nicht im Stau, den es Prä-Corona immer auf dem Weg zur Arbeit gab, weil einfach JEDER um 8 Uhr an seinem Schreibtisch sitzen musste) und bin dann pünktlich im Team-Raum. Wir können gleich loslegen. Die Präsenszmelder im Raum geben dem System das Signal: der Raum wird wirklich genutzt und somit ist er für diese Zeit auch als „belegt“ im System zu sehen. Die großen Bildschirme an den Zentralen Punkten zeigen dies für alle sichtbar an. Keiner kommt und stört uns um nachzusehen ob der Raum zufällig frei ist. Genauso funktioniert das auch bei den Arbeitsplätzen. Ich weiß zwar nicht, ob Lisa, Paul oder Kai an einem bestimmten Schreibtisch sitzen, ich sehe aber, das der Schreibtisch besetzt ist (und daran ändert auch eine Pause von 30 Minuten nichts in der Lisa vielleicht auf dem Klo ist und einen Kaffee trinkt, oder Kai eine auf der Terrasse raucht.) Den Platz in der Quiet Zone, an der High Bench oder anderen spezifischen Tischen kann ich von Zuhause aus buchen, wenn ich das möchte. Ist ja auch wichtig, denn ich arbeite mit Kai und Lisa in einem Team und es ist schon sinnvoll, wenn wir dann auch zusammen sitzen an unserem Präsenztag. Nächste Woche sieht das vielleicht anders aus. Dann ist es sinnvoller in der Nähe von Peter zu sitzen und weil wir dann auch was ganz anderes machen brauchen wir auch einen anderen Tisch.

Raumbuchungs- und Tischbuchungssysteme spielen in Zukunft eine große Rolle. Auch die Möglichkeit kurz aufzustehen und in eine „Telefonzelle“ zu verschwinden um kurz einen kleinen Skypecall mit einem Kollegen zu führen, ohne andere zu stören wird wichtiger (früher fanden solche Besprechungen einfach schnell am eigenen Schreibtisch statt). Dazu benötigt jeder Arbeitnehmer entsprechende Labtops, Headsets, die Arbeitsplätze Dockingstationen (USB-C macht dieses Thema zum Glück immer einfacher und flexibler), Monitore etc.

Tastatur und Maus hat jeder in seinem Caddy.Einfach anstöpseln und fertig. Was allerdings überall bereit stehen wird ist unser neuer Begleiter das Desinfektionsmittel. Wir kennen das aus dem Fitnessstudio: Nach Benutzung der Geräte einfach einsprühen, abwischen und fertig.

Digitale aber auch Analoge Infrastruktur muss geschaffen werden, um dem Post-Corona-Büro gerecht zu werden.

PAUSENRAUM

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Jeder von uns braucht mal eine Pause um die Akkus wieder aufzutanken. Schnell mal in die Kaffeeküche und ein Tässchen rauslassen, vielleicht noch einen Keks und wenn da gerade ein netter Kollege ist noch ein kleines Pläuschchen. Das macht den Kopf frei. Leider sind aber insbesondere die Bereiche in denen mit Lebensmitteln hantiert wird Post-Corona besonders kritisch zu betrachten. Eine Tasse aus dem Schrank genommen, zwei weitere angefasst. Der Knopf auf der Kaffeemaschine muss gedrückt werden, die Kekse stehen offen auf dem Tisch… Dass viele Unternehmen in der Zeit jetzt nach Corona die Teeküchen geschlossen haben ist verständlich, aber auf dauer nicht haltbar.

Was tun? Das Einfachste: Jeder bringt seine Tasse selbst mit. Einen To-Go-Becher oder eine persönliche Wasserflasche hat doch mittlerweile fast jeder, oder? Nachhaltigkeit ist gerade in diesem Bereich schon lange ein Thema. Dann packt euren Becher und eure Flasche doch einfach ein und nutzt sie im Büro. Das Desinfizieren der Knöpfe an der Kaffeemaschine ist dann schon gar nicht mehr so problematisch. Das kann dann auch der Nutzer selbst schnell erledigen nachdem er seinen Kaffee gezapft hat. Ok.. Kekse oder Obst gibt’s vielleicht nicht mehr in der Küche. Schade, aber verständlich. Und mein kurzer Plausch mit den Kollegen? Ja doch, den gibt es. Zum Beispiel indem die Kaffeeküche ein interaktiver Raum wird:

Die rote Lampe über der Tür der Kaffeeküche leuchtet. Auch im Raumbuchungssystem ist die Küche gerade rot. Naja gut, dann warte ich eben kurz bis der Raum wieder grün ist. in Echtzeit übermitteln die Präsentmelder diese Information ins System. Vielleicht ist Gerade jemand in der Küche, zieht sich einen Kaffee und schaut sich die Chatwand an. Die was? Die Chatwand. Der Plausch in der Kaffeeküche ist abgelöst worden durch ein digitales oder auch analoges (man kann ja nicht gleich alles umrüsten) Social-Media Element.

Ein Bildschirm auf dem witzige Fotos vom Arbeitsplatz zu sehen sind (Klaus hat den Kaffeerand auf seinem Block zum Kunstwerk werden lassen), Infos stehen ( Regina hat drei Katzenbabys abzugeben), Umfragen laufen (Wer hat Interesse an entkoffeinierten Kaffe in der Kaffeeküche?). Das ist vielleicht nicht so gut wie der gewohnte Plausch, aber stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl der Mitarbeiter. Da fühlt sich niemand außen vor.

Und wenn ich aber nicht für alle sichtbar eine Nachricht an Lisa hinterlassen will? Naja, dann wirf die Nachricht doch in Lisas Postfach. Sie freut sich sie an ihrem nächsten Anwesenheitstag dort zu finden.

Und wer seinen Mitarbeitern einen längeren und enspannteren Aufenthalt in der Kaffeeküche und den angrenzenden Bereichen ermöglichen will, der lässt vielleicht einfach einen Balkon anbauen oder einen anderen Außenbereich anlegen. Generell ist es eine wirklich gute Idee auch Arbeitsbereiche bzw Sitz- und Besprechungsmöglichkeiten im Freien anzubieten. In den Sommermonaten werden diese sicher gerne von den Mitarbeitern genutzt und im Außenraum ist die Angst vor Corona auch gleich viel kleiner, da die Viren hier schnell „vom Winde verweht“ werden.

Ob das alte „Normal“ irgendwann wieder unseren Büroalltag bestimmen wird vermag niemand zu sagen. Ich glaube, dass wir uns (egal ob mit oder ohne Corona – oder was auch immer die nächste Pandemie auslösen wird) auf ein anderes Arbeiten einstellen sollten – ja sogar müssen. Das ist erst einmal mit Aufwand verbunden, wird sich aber langfristig lohnen. Sehen wir Corona als Chance unsere Arbeitswelt nachhaltig zu verbessern.

Um Ihre Firma Post-Corona-tauglich einzurichten benötigen Sie Ideen oder Hilfe? Ich stehe Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite. Viele Ideen sind einfach und schnell umzusetzen. Ich helfe Ihnen gerne dabei.

Franziska Schott