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Uten.Silo

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Der heutige Designklassiker ist wie ich Unterfranke… ok.. naja… Vielleicht nicht der Designklassiker, aber seine Schöpferin: die ist Fränkin. Dorothee Becker wurde 1938 in Aschaffenburg geboren (Die sprechen dort zwar eher hessisch, aber das ist noch Unterfranken.. ;) )Sie studiert Sprachen an den Universitäten Frankfurt und München, bevor sie über Aufenthalte in London und Paris 1960 nach Kalifornien übersiedelt.

Die ersten prägenden Berührungspunkte mit Produktdesign hatte sie wohl dort, denn Sie lernte ihren Späteren Mann kennen: Ingo Maurer.

Wie, den kennt ihr nicht? Hm.. ok.. der nächste Designklassiker-Beitrag wird ihm gewidmet, denn der gute Mann ist ein toller Leuchtendesigner! Ich setz‘ euch dann hier einen Link zur „Zettels-Leuchte“. Mit ihrem Mann kehrt Dorothee Becker Ende der 60er Jahre wieder nach Deutschland zurück.

Uten.Silo utensilo Designklassiker Design Aufbewahrung Interior Vitra Dorothee Becker klein groß weiß rot schwarz

ein Spielzeug wird zum Designklassiker

Eigentlich war es nur eine Spielerei, eine kleine Idee… »Begeistert von den Gedanken der 68er-Bewegung und den pädagogischen Ansätzen einer Maria Montessori hatte ich 1968 ein Spielzeug aus Holz entworfen, das aus einer großen Holzplatte mit geometrisch geformten Ausschnitten sowie den passenden Gegenstücken bestand. In spielerischer Form sollten Kinder ein Gefühl für die Eigenschaften geometrischer Formen entwickeln. Von meinen Kindern wurde das Spielzeug jedoch links liegengelassen.«

Zum Glück, denn sonst hätte Dorothee Becker das Spielzeug sicher nicht noch einmal umgedacht. Ohne künstlerische oder technische Ausbildung wurrde aus dem Kinderspielzeug das Uten.silo. Kindheitserinnerungen inspirierten die zukünftige Designerin:

„Mein Vater war Besitzer einer Foto-Drogerie in Aschaffenburg. Als Kind gab es für mich dort große Schränke mit unzähligen Schubladen voller spannender Dinge zu entdecken. Diese Welt konnte ich im Uten.Silo wieder aufleben lassen.“

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Durch ihren Mann Ingo Maurer ermutigt  vervollständigt Dorothee Becker ihren Design-Entwurf und nutzt statt Holz das einfach in Form zu bringende Plastik. Das praktische Aufbewahrungsregal präsentierte sie im Frühjahr 1969 zum ersten mal auf der Frankfurter Messe und nannte es: Uten.Silo.

Den Messebesuchern muss in diesem Jahr vor allem ein Material ins Auge gefallen sein: Plastik. Italienische Designer wie Joe Colombo (Container B-Line.. auch einen Beitrag wert) oder Vico Magistretti (Otollo Leuchte) oder der dänische Designer Verner Panton ( Panton Chair *klick* zum Designklassiker) zeigen quietschebunte Möbel, die Formen haben, welche mit den bis dato üblichen Materialien nicht umzusetzen waren. Und der Uten.Silo Wandcontainer passt einfach perfekt dazu. Passend zum damaligen Trend gab es ihn in gelb, grün und beige… schick!

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Das Uten.silo schläft den Dornröschenschlaf – von Vitra wachgeküsst

Dann kommt die Ölpreiskrise. 1973 beginnen die OPEC Staaten ihr Öl als Druckmittel einzusetzen. Es wird weniger Rohöl gefördert, der Preis steigt… ein Jahr später kostet das Barrel Öl 4 mal mehr als vor dem „Ölembargo“. Der Rohstoff ist teuer. Zu teuer um solch schöne Spielereien wie das Kunststoff-Utensilo daraus herzustellen. Die Produktion wird eingestellt.

Dorothee Becker entwirft zwar noch das ein oder andere kleinere Teil für die Firma ihres Mannes, das Uten.Silo solte aber ihr erstes und einziges wirklich erfolgreiche und bedeutende Erfindung bleiben. Das Wort Unten.Soli stirbt anders als das Regal nicht mit der Ölkrise: Becker betrieb bis 1989 einen Laden in München, dem sie ebenfalls diesen Namen gab. Dort verkaufte sie erfolgreich gut gestaltete und praktische Alltagsgegenstände.

Erst Ende der 1990er Jahre entdeckt Vitra(bekannt für die Zusammenarbeit mit tollen Designern und Architekten und den Vertrieb vieler Designklassiker) das praktische Regal für Kleinkram und Krusch wieder und verleiht dem Uten.Soli neues Leben. Der Klassiker ist heute in den Farben weiß, schwarz udn rot erhältlich und hat einen kleinen Bruder bekommen.

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Form und Funktion – Platz für all deinen Kram

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Damals wie heute überzeugt der Designklassiker durch seine Schlichtheit und Praxistauglichkeit. Ganz egal ob im Büro, im Bad in de rKüche im Kinderzimmer, der Werkstatt oder wo auch sonst ihr Kram herumfliegen habt: Das Uten.Silo bietet viel Platz für diverse Dinge. Nicht nur in den vielen kleinen Schalen und Kästchen könnt ihr eure Dinge verstauen. Hängt doch einfach etwas an die praktischen Haken.

Ein schwarzes Utensilo hätte ich auch gerne.. oder doch eher ein weißes? im Büro? Für Stifte, USB Sticks, Radierer, Zettelchen und anderen Kram?

Wo könntet Ihr ein Uten.Silo gut gebrauchen? Was würdet ihr hineinpacken? Oder habt ihr vielleicht ein Utensilo? Vielleicht sogar einen echten Klassiker aus den 60er Jahren?

Franzy

Bisher in der Designklassiker-Serie: