entspanntes-weihnachten

[dropcap]J[/dropcap]EDES Jahr, JEDES ist Weihnachten für die meisten nur der Endpunkt für die panikhaft verbrachte Vorweihnachtszeit. Bei mir leider auch und ich schwöre mir Jahr für Jahr, dass es diese Mal anders wird. Und dann freue ich mich über schlaue Artikel zum Thema Entschleunigung und Minimalismus, muss aber doch immer wieder erkennen: In der Realität funktioniert das so nicht! Jedenfalls nicht, wenn man Kinder hat. Und einen Job. Und einen Partner. Und vielleicht sogar noch weitere Familienmitglieder.
Um dem Weihnachtsstress zu entgehen, müsste man theoretisch im Juli anfangen, das Kind vom Ballett und Musikunterricht abzumelden (Wegfall von Minimum zwei Weihnachtsaufführungen Anfang Dezember) und zu kündigen (Wegfall der Firmenweihnachtsfeier und des lustigen Glühweintrinkens mit Kollegen). Ab Anfang Dezember besuchen die Kinder keine Vereine mehr (Weihnachtsfeier Fußballverein, Turnen, Chor), gehen nicht mehr in den Kindergarten/Schule (Weihnachtsbasar, Adventssingen, Bastelnachmittage) und der Ehepartner muss sich allen Gemeinschaftsritualen wie Wichteln, Geschenke für Mitarbeiter und Weihnachtseinladungen durch raffinierte Entschuldigungen entwinden. Am 24.12. fliegt man dann mit der Familie in die Karibik. Am besten Overnight im Flieger – da spart man sich den Weihnachtsbaum .

Der Dezember hat nur 23 Tage

Was viele nämlich gerne vergessen: Der Dezember hat nur 23 Tage. Alle Tage vom 24. Bis 31.12. kann man für Erledigungen vergessen. Sie finden quasi nicht mehr statt.
Also quetschen wir alles in 23 Tage rein und haben im Hinterkopf das Gefühl, dass wir doch den gesamten Dezember über Zeit haben. Da kann es ja nur zu Stress kommen!

Und ganz ehrlich: Entschleunigung ist super, aber tatsächlich haben wir Verpflichtungen und Traditionen, die wir nur ungern kippen.
Also ist es umso wichtiger, alles gut zu planen. Damit alles flutscht, habe ich Euch ein paar wirklich hilfreiche Tipps aufgeschrieben. Sie sind zwar nicht super spektakulär, aber sie machen den Unterschied zwischen Hektik und entspanntem Abarbeiten aus. Ich streiche weder Weihnachtskarten (jaja, Emails gehen schneller, sind aber bei weitem nicht soooo schön), noch das Einpacken der Geschenke. Es sind meine kleinen Tricks, um mit Freude durch die Vorweihnachtszeit zu kommen.

1. Make a List!

Wer bekommt was? Alle Menschen aufschreiben, die man mit einem Geschenk überraschen möchte. Familie, Freunde, Nachbarn, Lehrer, Trainer, Klavierlehrer … alle rauf auf die Liste. Und dann überlegt man sich, was man ungefähr für denjenigen/diejenige ausgeben möchte. Gnnnn, ich weiß, das macht keinen Spaß. Eigentlich möchte man doch losgehen und einfach das Allerschönste kaufen, das man für die Person finden kann. Aber ganz ernsthaft, wenn man nicht gerade zu den Superduperverdienern zählt, dann ist ein Geschenkebudget eine wichtige Sache. Und sie hat einen großen Vorteil: Man setzt sich ganz bewusst mit den zu Beschenkenden auseinander, plant sinnvoller und macht keine Fehlkäufe.

Und dann kommt der schönste Teil: Schreibt auf, was Ihr besorgen möchtet. Schlittschuhe für die Tochter, Powerbank für den Mann, ein Armband für die Freundin…

2. Schreib ein Buch!

Aha, ein Buch schreiben. Nein, keinen Roman. Sondern ein Büchlein. Aber eigentlich ist das der Schritt, der vor dem ersten Schritt erfolgen sollte. Da ich Euch den Tipp aber jetzt erst gebe, dann fang halt jetzt damit an: Schreib ein Geschenkebuch!

Hier seht ihr meins:

geschenkebuch

Ich habe es für mich zurecht gebastelt, damit man auf der einen Seite immer die Namen sehen und auf den beschnittenen Seiten jeweils die Geschenke eintragen kann. Für jedes Jahr eine Seite. So kann ich sehen, was in den letzten Jahren meine Schwester von mir geschenkt bekommen hat und ich kann mich daran orientieren. Vielleicht bekommt sie Dessertteller zu ihrem Geschirr, zu dem sie im letzten Jahr die Suppenteller bekam. Oder meine Mutter kann die Galerie ihres Enkelkindes mit einem zweiten Bilderrahmen aus derselben Manufaktur erweitern. Das vermeidet beispielsweise, dass meine Freundinnen jedes Jahr eine Blumenvase bekommen – die verschenke ich nämlich wirklich sehr gerne!
Das Büchlein kann das gesamte Jahr über mit Ideen gefüllt werden! Ich schreibe dort beispielsweise auch alle rein, die eine Weihnachtskarte bekommen. So muss man nicht jedes Jahr von vorne anfangen. Drin stehen aber auch die Businessgeschenke meines Liebsten und Geburtstagsgeschenke. Ihr werdet staunen, was das kleine Ding für eine Erleichterung ist!

adressliste

3. Geschenke früh einkaufen

Dieser Tipp klingt nicht gerade super innovativ, aber ich kann euch aus dem letzten Jahr verraten: Es gibt kein besseres Gefühl, als im Dezember gemütlich über den Weihnachtsmarkt zu streifen und nur noch ein paar Lebkuchen kaufen zu müssen, da man schon alles im November eingekauft hat! Kein Stress, keine überfüllten Läden und noch die große Auswahl!

4. Kauf mehr!

„Mama“, ich würde gerne der xy morgen noch ein Geschenk mit in die Schule bringen!“ Oder es steht plötzlich der nette Postbote vor einem, der die Pakete immer so deponiert, dass man sie nie in der überfüllten Postfiliale abholen muss. Und dann hat man am besten einen kleinen Vorrat geschlechts- und altersneutraler Geschenke zuhause. Hübsche Pralinenschächtelchen, hochwertigen Tee, einen schönen Stift. Bereits verpackt liegen sie bereit, um im Notfall gezückt zu werden!

5. Wickel es ein!

Ich kann mich an einen 23. Dezember vor eine paar Jahren erinnern, an dem ich 5 Stunden lang Geschenke eingewickelt habe! 5 unfassbare Stunden! Und ich muss jedes Jahr von neuem feststellen, dass das alles seine Zeit dauert! Ich habe jetzt aber eine Routine entwickelt, mit der ich jedes Mal, wenn ich mit einem Geschenk nach Hause komme, es direkt verpacke. Oder ich lasse es direkt im Geschäft erledigen. Sucht euch ein Eckchen in der Wohnung, wo ihr Papier und Bänder in der Vorweihnachtszeit lagert und wickelt alles direkt dort ein.

paeckchen-packen

Noch ein Tipp: Bei aufwändigen Schleifen wartet ihr am besten bis kurz vor dem Fest, da sie sonst zerdrückt werden.

6. Weihnachtskarten planen

Rechnet doch mal zurück: Weihnachtskarten verschickt man am besten eine Woche vor dem Fest, also am 17. Dezember. Davor muss man sie eventuell drucken lassen (-10 Tage), Fotos machen und auswählen und die Karten designen (-2 Tage), sie müssen geschrieben werden und mit Adressen versehen werden (-2 Tage) und dann ist man schon am 3. Dezember angelangt …

weihnachtskarten-schreiben

Ihr versteht, was ich meine? Weihnachtskarten dauern! Und damit man sie nicht grußlos am Ende in den Umschlag steckt, fängt man am besten schon im November mit den Vorbereitungen an! Vielleicht druckt man Adressetiketten, die man ganz schnell auf die Briefumschläge kleben kann? Oder man schreibt jeden Abend ab November in Handlettering beim Fernsehen schon mal die Umschläge vor …

7. Die Feier!

Jaja, ich weiß, die Weihnachtsfeier kommt ganz zum Schluss! Aber glaubt mir: Alles, was man früh vorbestellen (Metzger, Bäcker etc.) und kaufen (Dekoration) kann, sollte man so früh wie möglich abarbeiten. Und auch Gästelisten, Menüplan und Dekoideen kann man Anfang Dezember schon ganz prima aufstellen!

listen-schreiben

Wer noch ein bisschen mehr an Checkliste, Ablaufplanung und Zeitmanagement in der Weihnachtszeit haben möchte, der schaut am besten mal im Downloadbereich von Ordnungsliebe vorbei!
Atmet durch (1x ein und 2x aus – das bringt den Puls runter) und freut euch auf eine wunderschöne, entspannte, inspirierte und friedvolle Weihnachtszeit!

About Me and the Blog

Sabine Haag
Ordnungsliebe hieß anfangs „aufgeräumt!“ und wurde im Mai 2012 gegründet – zunächst als Ergänzung zu „busybee“, dem privaten Familien-Blog, der 2009 an den Start ging. Ursprünglich komme ich aus dem Bereich Marketing/Presse/Text und fand beim Bloggen eine Möglichkeit, meiner Leidenschaft für das geschrieben Wort nachzugehen.
Die meisten verbinden mit dem Thema „Ordnung“ etwas sehr Positives. „Alles ist in Ordnung“ oder „ alles ist schön ordentlich“. Man assoziiert Klarheit, Sauberkeit, Struktur, Übersichtlichkeit. Es muss aber nur ein kleines Wörtchen dazu kommen und schon sträuben sich die Nackenhaare. „Ordnung schaffen“ oder „Ordnung machen“ impliziert Arbeit, große Aufräumaktionen und Disziplin. Wer räumt schon gerne auf? Oder mistet gerne seine Schränke aus? Oder Putzen?!
Ordnungsliebe Ist alles andere als verstaubt. Es möchte den Muff von Haushaltstipp und Co. fegen und helfen, das Leben ein bisschen weniger chaotisch zu gestalten!

Ordnung, Organisieren und Dekorieren sind meine ganz persönlichen Leidenschaften, die ich meinen Lesern teile.

 

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